10. Spezial-Effekte
10.1 Effekte während der Produktion
10.1.1 Kulissen
Viele Filme spielen an Originalschauplätzen (z.B. in New York). Ebenso oft werden aber sehr aufwändige Schauplätze künstlich geschaffen (z.B. Goldgräber-Stadt im Wilden Westen).
10.1.2 Filmblut
Filmblut oder auch Kunstblut ist eine künstlich hergestellte Flüssigkeit, die in Farbe, Konsistenz und äusserer Erscheinung echtem Blut so nahe wie möglich kommen soll. Die Verwendung ist bei Theater oder Film üblich. Industriell hergestelltes Kunstblut besteht in der Regel aus Gelatine und verschiedenen Lebensmittelfarben. Kapselblut, das im Mund der Darsteller verwendet wird, enthält zumeist Erdbeer- oder Pfefferminzaroma, um die Verwendung zu erleichtern.
10.1.3 Miniaturen/ Modelle
Spätestens seit "Herr der Ringe" ist die fantastische Aussagekraft von Miniaturen bekannt. Miniaturen erscheinen im Film als übergrosse Bauten, Schauplätze oder Statuen. Sie entstehen von eigens dafür ausgebildeten Handwerkerinnen und Handwerkern und sind so gut gemacht, dass die Kamera sehr nahe an sie heranfahren kann. Sie sind jedoch meist nur eines von mehreren Elementen einer ganzen Einstellung – das Komponieren der Teile miteinander muss in der Postproduktion geleistet werden.
10.1.4 Maske
Die Maskenbildner in Hollywood haben sich in den letzten Jahrzehnten vor allem auch darin perfektioniert, das Aussehen von Menschen zu verändern. Um aus einem 30-Jährigen einen Greis zu machen, dazu sind nur ca 3 Arbeitsstunden und geeignete Silikonstücke vonnöten.
10.1.5 Matté-Bilder
Matté-Bilder sind eine kostengünstige Alternative, um zu sagenumwobenen Landschaften zu kommen. Maler stellen die Gemälde auf riesenhaften Leinwänden dar. Bei der Herstellung der "Herr der Ringe"-Trilogie hat man mehrmals auf dieses Mittel gezählt. Allerdings stets in Kombination mit z.B. Miniaturen und Bildstücken von echten Schauplätzen.
10.1.6 Pyrotechnik
Die Pyrotechnik (von griechisch "pyr" für Feuer) weist auf eine Technik in Verbindung mit meist explosiv ablaufender Verbrennung hin. Es gibt wohl keinen Action-Streifen, der ohne pyrotechnische Effekte auskommt, denn wir treffen sie an als Explosionen, Mündungsfeuer von Gewehren, Brände usw. Am Set müssen ausgewiesene Fachleute damit betraut werden.
10.1.7 Stunts
Stunt kommt aus dem Englischen und heisst soviel wie "besonders geschicktes oder gewagtes Kunststück". Das Wort wird vorrangig im Bezug auf Filmaufnahmen verwendet, bei denen die gefährlichen Szenen, die den Stars nicht zugemutet werden sollen, durch Stuntmen oder Stuntwomen erledigt werden. Es gibt viele verschiedene Arten von Stunts. Die häufigsten sind: Stürze (z.B. von Treppen oder Gebäuden), Sprünge (z.B. von Brücken), Kämpfe (mit den Fäusten oder mit Waffen) und Unfälle (z.B. mit Autos). Auch das Trickfahren mit Autos oder Motorrädern wird als Stunt bezeichnet. Es gibt Fahrzeug-Stunts, die selbst für Stuntmen zu gefährlich wären. Dann wird ein ferngesteuertes Fahrzeug oder ein computergesteuertes Fahrzeug verwendet. Viele Verfolgungs-Szenen werden minutiös geplant. Das eine oder andere Auto wird auch schon mal erst am Computer eingesetzt (Vgl. Postproduktion).
10.2 Effekte der Postproduktion
Die Postproduktion umfasst sämtliche Arbeitsschritte der Nachbearbeitung eines Films oder Fotos. Zur Postproduktion eines Filmes gehören auch der Schnitt und das Vertonen und Unterlegen der Bilder mit Musik. Des weiteren findet die Postproduktion im Bereich der Fotografie statt. Nach der Digitalisierung des Bildmaterials werden in der Postproduktion Retuschen, Farbkorrekturen, Bildoptimierungen etc. vorgenommen. Die Arbeitsabläufe in der Postproduktion unterscheiden sich zum Teil erheblich; je nachdem, wie gross der Anteil von computergenerierten Effekten und Bildern ist und welches Endprodukt herzustellen ist.
10.2.1 Visual Effects
Als Visuelle Effekte bzw. Visual Effects (VFX) bezeichnet man Effekte in Filmen, die heutzutage meist mit Computern in der Postproduktion erzeugt werden. VFX im Film sollen real wirken, um den Zuschauern die Illusion glaubhaft zu machen. Gut gemachte Effekte sollten als solche im Kinosaal nicht erkennbar sein. VFX wird häufig zur Kostenersparnis eingesetzt. Visuelle Effekte können aber dennoch beträchtliche Summen kosten. Es rentiert sich aber meist deshalb, da das Bauen eines Filmsets z. B. einer kompletten mittelalterlichen Stadt noch teurer werden würde. Die gleiche Stadt kann für einen Bruchteil der Kosten digital mit Hilfe von VFX am Computer "gebaut" werden. Es werden oft mehrere Ebenen kombiniert wie z. B. die Darsteller in einem teilweise gebauten Set und digital ergänzten Teilen. Vor allem in Historienfilmen, Science-Fiction-Filmen, Katastrofenfilmen und Fantasyfilmen werden VFX eingesetzt. Ab und zu wird 3-D-Modellierung auch für die Vorvisualisierung von Story Boards eingesetzt - es entstehen sogenannte Previz.
10.2.2 Blue Screen
Die Blue Screen-Technik ist ein Verfahren in der Film- bzw. Fernsehtechnik, das es ermöglicht, Gegenstände oder Personen nachträglich vor einen Hintergrund zu setzen, der entweder eine reale Filmaufnahme (z. B. Landschaft) oder eine Computergrafik (z. B. Hintergrund bei Nachrichten-Sendungen) enthalten kann. Eine frühe Form der Blue Screen-Technik wurde zum ersten Mal 1933 im Film "King Kong" verwendet. Der erste Kinofilm, bei dem intensiv mit Blue Screen gearbeitet wurde, war "Ben Hur" (1959).