Leon Eicher, Schüler der Klasse 5K, der selber einen französischen Text vortrug und in der Debatte den Part der USA verteidigte, zeigt sich erfreut:
„Der knapp zweistündige Event war voller individueller Kreativität der Schülerinnen und Schüler und transportierte aktiv Erlerntes aus den Fächern Geschichte, Englisch, Französisch und Musik. Die Diskussion war jedoch nur das grosse Finale einer längeren Vorbereitungsphase im Unterricht. So erhielten verschiedene 5. Klassen die Möglichkeit, die geschichtlich-historischen Geschehnisse im Unterricht, neben dem gewöhnlichen Geschichtsunterricht, in den Fremdsprachenfächern aufzuarbeiten. Dies ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, die Realität des Krieges aus der Sicht des jeweiligen fremdsprachigen Landes zu erleben. Sie erhielten Einblicke, wie Musiker, Autoren und Soldaten die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts in künstlerischen Gedichten, Liedern und Briefen verarbeiteten. Diese wiederum boten dann die Grundlage für eigene kreative Ergänzungen. So durften alle Debattierenden sowie die Zuschauer im ersten Teil der Veranstaltung selbst verfasste Gedichte anhören oder sich die Darbietung des Chors der Klasse 5b und 5c zu Gemüte führen.
Nach diesem furiosen Eröffnungsteil starteten die 5. Klässler voller Elan in die Debattierrunde. Vertreten waren neben den grossen Siegermächten USA, Frankreich, Grossbritannien und Russland auch die Verlierermächte Deutschland und Österreich-Ungarn oder die kleineren, aber genauso wichtigen Nationen wie Serbien, Italien, Belgien oder die Türkei.
Metin Sezer und Niklas Zihlmann beschreiben ihre als Ländervertreter der Türkei und Deutschlands die Debatte wie folgt:
„Wir Schülerinnen und Schüler konnten in verschiedene Rollen schlüpfen. Es wurden Nationen gebildet durch klassenübergreifende Gruppen, welche die Interessen eines Staates vertraten. Wir konnten uns im Unterricht vorgängig über die Situation des jeweiligen Landes im 1. Weltkrieg informieren und zugleich die Gesamtlage des Krieges studieren. So liessen sich passende Argumente für die finale Debatte finden. Jede Gruppe bereitete sich je nach Land unterschiedlich vor. Alle kleideten sich in verschiedene Kostüme, nahmen typische Embleme oder Gegenstände mit. So konnten wir gleichzeitig andere Kulturen ein wenig kennenlernen. Die Debatte war von den Friedensverhandlungen in Versailles inspiriert, aber in einem Verhandlungsstil gestaltet. Demnach war die Schweiz als neutraler Gastgeber das debattenleitende Land und erklärte allen Nationen die „Spielregeln“. Die Vertreter der Entente-Mächte und die Nationen der Mittelmächte erhielten zuerst das Wort. Danach waren die kleineren Nationen dran, um ihr Einstiegsstatement vorzutragen. Dann begann die aufschlussreiche freie Runde. Hier fanden nervenaufreibende Wortgefechte, hitzige Diskussionen und ergreifende Momente statt. In der Schlussrunde organisierte die Schweiz als Gastgeber lösungsorientierte Vorschläge und liess über diverse Konfliktfragen abstimmen: Es gab jeweils drei Optionen, für die jede Nation stimmen durfte.“
Leon Eicher dazu: „ Die Kernpunkte des Versailler Vertrages wurden aufgegriffen und darüber abgestimmt. Die Schülerinnen und Schüler hatten somit die Möglichkeit, den Verlauf der Geschichte selbst zu beeinflussen.“
Niklas Zihlmann und Metin Sezer blicken mit positiven Gefühlen auf die gemachte Debatten-Erfahrung zurück: „Mit der Diskussion wurde das Kollektiv gestärkt. Beide Klassen und die zuschauende Schülerschaft haben eine demokratische Abstimmung miterlebt. Die Debatte endete damit, dass alle Vertreter eingewilligt haben, eine nächste Konferenz durchzuführen. So hat man sich überlegt, wie man als Nationenbund dauerhaft im Gespräch bleiben kann. Jetzt liegt es am nächsten 'Politiker- und Debattanten-Jahrgang' 2019, diese Fragen endgültig zu klären.“
Leon Eicher führt bilanzierend zum ganzen Anlass aus: „Abschliessend ist die sehr gewagte Idee eines derart grossen Projekts zu loben. Die 5. Klässler begegneten Geschichte einmal ganz anders. Für viele war die Kombination mit einem individuellen, kreativen Teil etwas ganz Neues. Der Lerneffekt erwies sich durch dieses aktive Lernen als sehr gross, und auch die Zusammenarbeit mit den Fremdsprachen gelang äusserst gut.“
Textzusammenstellung im Namen des Organisationsteams durch Christian Fallegger, AG DeLL – Demokratie Lernen und Leben.
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