Kantonsschule Reussbühl Luzern ksreussbuehl.lu. ch

DeLL im Schuljahr 2022/2023

Reussbühler Schüler/innen am Zentralschweizer Final von Jugend debattiert

Ein Dutzend Reussbühler Schüler/innen sind am Zentralschweizer Final  von 'Jugend debattiert' mit dabei !

Auch dieses Jahr stellt die KSR am Zentralschweizer Final von  'Jugend debattiert' in Zug mit insgesamt 13 Teilnehmer/innen ein grosses Kontingent. Dieses Mal sind sehr viele „Newcomer/innen“ aus den dritten und vierten Klassen am Start. In der Kategorie I haben wir aus Reussbühl 5 startende Debattantinnen , welche in einem 4-Nachmittage umfassenden Begabungsförderungskurs geschult wurden und in den Probedebatten dank des Gelernten eine gute Performance abgelegt haben. .

In der Kategorie II sind es einzig Lena Silbermann und Jael Burri, die schon mit Erfahrung aus dem letzten Jahr am Start sind. Auch diese Teilnehmenden wurden an zwei Abenden im Anschluss an das BGF-Programm geschult und / oder wurden von den Fachlehrpersonen gecoacht.

Fazit:  Das Reussbühler Kontingent geht also nicht mit übertriebenen Rang-Erwartungen ins Gefecht. Mitmachen, der Spass am Debattieren und die spannende Erfahrung kommt vor dem Rang: Alle Debattierenden sind am morgigen Samstag in Zug nämlich  mindestens 2 Runden im Einsatz.

  • Debattenrunde 1: «Soll in den Mensen der Schulen zur Senkung des Fleischkonsums zweimal wöchentlich ein Veggie-Day eingeführt werden?»
  • Thema für Debattenrunde 2: «Sollen beim Bauen von neuen Häusern Solaranlagen auf dem Dach obligatorisch sein?»
  • Thema für Final: «Soll in der Schweiz auf nationaler Ebene das Stimmrechtsalter 16 eingeführt werden?"

Kategorie II (10.-12. Schuljahr): 

  • Thema für Debattenrunde 1: «Sollen Schnee-Kanonen abgeschafft werden?»
  • Thema für Debattenrunde 2: «Sollen die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums der Sekundarstufe 2 in der obligatorischen Schulzeit einige Schnuppertage in der Berufswelt absolvieren müssen, so wie dies auf der Sekundarstufe 1 üblich ist?»
  • Thema für Final: «Soll die Eidgenössische Volksinitiative ‘Für eine gute und bezahlbare familienergänzende Kinderbetreuung für alle (Kita-Initiative)’ angenommen werden?"

Der Kanticup 2023 findet am Samstag, 28. Januar 2023, an der Kantonsschule Zug statt. Beginn ist 09.00 Uhr, Ende ca. 16 Uhr. Die Vorrunden dauern bis 13 Uhr, die Finals starten ab 14 Uhr. 

Europa Forum 2022

Am 23. und 24. November 2022 fand in Luzern das Annual Meeting des Europa Forums statt. In den Plenarsitzungen erhielten die Zuhörenden aufschlussreiche Impulse rund um das Jahresthema „Let Europe Arise“. Und in den verschiedenen  Workshops diskutierten die Teilnehmenden mit namhaften Referenteninnen und Referenten die Perspektiven für die Schweiz und Europa.

Auch 12 KSR-Kantischülerinnen und -schüler - aus allen 5. KSR-Klassen - konnten am Europaforum in Luzern in die Welt der Entscheidungsträger eintauchen. Dies geschah mit der Bemühung der Organisatoren, in Politik und Entscheidungsgremien vermehrt Junge aktiv ins Gespräch zu integrieren und ihre Art der Kommunikation zu verstehen. Am Forum war der Fokus auf die «Millennials» , der Altersgruppe zwischen 24 und 42 gerichtet. Als passende Ergänzung kamen auch die etwas jüngeren Kantonsschüler zu Wort: Das «auserwählte Dutzend der KSR-Schützlinge» verschaffte sich mit seiner aktiven Teilnahme an diversen Workshops ein klares Bild von den brennendsten Themen, die am Forum verhandelt wurden und schalteten sich bei Gelegenheit auch aktiv ein. 

Die Schülerinnen und Schüler der KSR haben den Anlass unter Begleitung von Christian Fallegger besucht. Sie berichten je mit einem Beitrag über den Anlass und haben je ein anderes Fokusthema gewählt.

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Wir sind alle Ethikerinnen und Ethiker

Wir hörten als erstes den Vortrag von Alena Buyx, den sie mit drei mit drei klaren Botschaften über die Ethik startete. Die erste Botschaft besagte, dass Ethik überall sei und dass wir alle Ethiker seien. Als Beispiel nannte sie dann die Fussballweltmeisterschaft, die dieses Jahr in Katar stattfindet. Über dieses Thema wird momentan intensiv diskutiert. Viele stellen sich beispielsweise die Frage, ob sie die Fussballspiele schauen sollten oder ob sie die Weltmeisterschaft vollständig boykottieren sollten. Indem wir uns Gedanken darüber machen, führen wir eine ethische Analyse durch, sagte Buyx, was uns alle zu Ethikerinnen und Ethikern macht.

In einer weiteren Botschaft sagte Alena Buyx, dass unsere Werte bestimmen würden, was wir tun. Und diese Werte würden im Moment sehr stark auseinander klaffen. Auch diese belegte sie mit der Fussballweltmeisterschaft: Es gibt nämlich gibt es zwei sehr divergierende Antworten auf die Frage, ob wir uns die Fussballspiele ansehen sollten oder nicht. Ein starkes Argument dafür, die Weltmeisterschaft zu boykottieren, ist, dass die Menschenrechte in Katar kaum eingehalten werden. Viele Menschen verloren beim Bau der Stadien für die Weltmeisterschaft ihr Leben. Hingegen ist ein Grund dafür, die Fussballspiele anzusehen, die Tatsache, dass es einfach ein Ausdruck der Sportbegeisterung ist. Ausserdem sind die Fernsehrechte schon gekauft, und es wäre verschwendetes Geld, sich die Spiele nicht anzusehen. In diesem Fall herrscht eine grosse Kluft zwischen den Werten.

Die letzte Botschaft von Buyx besagte, dass der Dialog gescheitert sei. In politischen Debatten und allgemein in Gespräch wir uns teilweise gegenseitig nicht mehr zuhören. Alena Buyx erklärte dies am Beispiel ihrer Nachbarin, die 17 Jahre alt ist und die die Coronakrise ganz intensiv miterlebt hat. Vor der Pandemie sei sie ein glückliches, kluges Mädchen gewesen, das alles gehabt habe, was es brauche. Das erste Coronajahr habe es ohne Probleme überstanden. Aber plötzlich hätten ihr psychische Probleme immer mehr zu schaffen gemacht. Der Grund dafür sei hauptsächlich gewesen, dass ihrer Generation in dieser ganzen Zeit nie wirklich zugehört worden sei. Als weiteres Beispiel nannte Buyx noch die Klimakleber: Diese wollten eigentlich vor allem das Klima retten, aber da ihnen niemand richtig zuhöre, müssten sie zu radikaleren Mitteln greifen.

Weiter zeigte Alena Buyx, was wir alle als nächsten Schritt tun sollen: Uns um die vielen Krisen, in denen wir stecken, kümmern. Ihr ist vor allem ein Austausch der Generationen sehr wichtig. Die neuen Generationen sind für ein Gespräch sehr offen und wollen auch gehört werden. Gemeinsam sollte dann eine Werteordnung entstehen. Wichtig ist der Referentin auch, dass wir nicht warten dürfen, bis es zu spät ist, eine Krise aufzuhalten. Die jetzigen Probleme sollen nicht auf die nächsten Generationen abgeschoben werden, sondern wir sollten sie zu lösen beginnen. Es sei auch gar nicht nötig, alle Lösungsideen neu zu suchen, sondern wir könnten auch alte Ideen besser einsetzen. Das alles sollte gemeinsam und auf Augenhöhe geschehen und auch die jungen Menschen sollten die Chance bekommen, mitzureden und ihre Werte zu verdeutlichen.

Es war sehr eindrücklich, Alena Buyx zuzuhören, auch weil sie alles sehr verständlich erklärte. Sie hat aktuelle Beispiele genannt und gerade passend zu der Aussage ihres Vortrages ebenfalls für junge Leute deutlich gezeigt, wie wir in Zukunft handeln sollen. Durch die persönlichen Bezüge, die sie des öfteren nutzte, zeigte sich eine gewisse Nähe zu den Zuschauerinnen und Zuschauern und sie wirkte sehr sympathisch.  

Bericht von Lana Muther

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Die Welt braucht Europa

Das Thema der dritten Session, vorgestellt von Martin Speer, hiess: «Die Geburt des geopolitischen Europas». Der Referent stellte uns in seiner Präsentation zu Beginn drei Grundannahmen über Europa vor und leitete davon fünf Thesen über Europa ab. Speers erste These lautete so: Die Welt braucht Europa, da Europa der Kontinent mit dem höchsten «Democracy Index» sei. Dies führte er noch aus: Europa habe eine bessere Geschlechtergerechtigkeit, was heutzutage in der Gesellschaft viel Gewicht hat. Seine zweite These lautete: Europa braucht die EU. Die EU sei eine Organisation des Friedens, welche Demokratie und Stabilität bringe, und nicht zuletzt auch Wohlstand. Die dritte These hiess, dass die EU eine Revolution brauche. Speer ist der Meinung, dass die EU-Länder in eine zu grosse Anhängigkeit voneinander geraten seien, was nicht gut sei. Die EU brauche mehr Vielfalt und mehr Vertrauen. Speers vierte und fünfte These lautete ähnlich wie die dritte. Schliesslich wurde die Diskussion eröffnet. Es wurde widersprochen, aber auch zugestimmt.  

Am meisten beeindruckte mich an diesem Tag, dass ich die «grosse» Welt der Politikerinnen und Politiker kennenlernen konnte. Ich fühlte mich in der Menge der Leute klein, und trotzdem war es einem gestattet, auf Augenhöhe mit den Politikerinnen und Politikern zu reden. Diese Begegnung mit Politgrössen war eine wichtige und spannende Erfahrung, die auch andere Schülerinnen und Schüler machen sollten.

Das Europa Forum zeigte, dass man sich vertieft mit Politik beschäftigen sollte, da sie ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und unserer Zukunft ist. Auch wir Jugendlichen sollten uns politisch mehr engagieren. Die Zukunft wird wesentlich durch Politikerinnen und Politiker beeinflusst und geschaffen.

Bericht von Emilia Zimmermann

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Europäische Blinddates

Die rund 300 Personen, welche im KKL Luzern das Europa Forum 2022 besuchten, liessen sich am Nachmittag einige ganz besondere Begegnungen ein.

In einer der im Voraus zu wählenden Sessions liessen sich ungefähr 30 wagemutige Menschen auf das «European Blinddate» ein. Die Aufgabe war, sich rund 20 Minuten lang mit einem bis dato völlig unbekannten Gesprächspartner über Fragen, die im Forum behandelt worden waren, zu unterhalten. Auch wir KSR-Schülerinnen und -Schüler durften Teil dieser speziellen Session sein. Was ich während diesen 3x20 Minuten erleben durfte, war wohl die am meisten bereichernde Erfahrung, welche ich im Bereich des sozialen und politischen Austausches je gemacht habe.

Im Gespräch mit einem älteren Herrn aus einem grenznahen Unternehmen in Basel lernte ich viel über den Austausch der Schweiz mit dem benachbarten Ausland und ich wurde mir einmal mehr der Bedeutung der «Verwandtschaft» der Schweiz mit ihren Nachbarländern bewusst. Anschliessend durfte ich mit einer jungen Markenbotschafterin sprechen. Da war das Hauptthema die enorme Bedeutung eines Sprachaufenthalts und des «Erasmus»-Programms. Im dritten und letzten Gespräch lernte ich von einem italienischen Studenten, wie es ist, mit Hilfe von «Erasmus» ein Auslandjahr in Dänemark verbringen zu dürfen. Bei allen Gesprächspartnern empfand ich auf Anhieb eine grosse Sympathie und freute mich über die neu erlangten Perspektiven, denn weder sprachliche noch persönliche Einstellungen stellten in irgendeiner Weise eine Barriere dar.

Mir wurde an diesem Tag klar: Dank Gesprächen auf Augenhöhe und einer gemeinsamen Diskussion können für Probleme optimale Lösungen gefunden werden. Dies wäre mir auch in der Schweizer EU-Politik ein Anliegen: Dass eine beidseitig akzeptable, fundierte und nachhaltige Lösung gefunden wird. Ob dazu ein Beitritt oder allenfalls eine Orientierung in Richtung eines «Rahmenabkommens» nötig ist, ist offen. Wichtig scheint mir in erster Linie, dass sich die Beziehung mehr einer familiären annähert und nicht nur auf dem Status eines Blinddates bleibt.

Durch die Förderung der Multiperspektivität, durch Offenheit und durch eine gezielte Auseinandersetzung wird in der Politik bekanntlich eine Brücke über die Gräben des Unverständnisses geschlagen. Das Europa Forum macht genau diesen «Brückenbau» möglich, indem es zur Diskussion und zum zielorientierten Austausch anregt. Durch Engagements wie dieses wird es künftig hoffentlich möglich sein, dass sich genügend Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für eine engere Zusammenarbeit mit der EU einsetzen.

Bericht von Nolan Zwyssig

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Die Jugend für einmal in die Politik geholt

Die Jugend ist ein ausschlaggebender Faktor in der Politik. Das hat sich an unserer Teilnahme am Europa Forum 2022 ergeben. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Aufgrund der Absenz der Jugend und den jungen Erwachsenen in der Politik formte sich ein Vorurteil, dass die Jungen kein Interesse an Politik hätten. Doch was, wenn das nicht stimmt? Es hat sich nämlich im Verlauf des Tages herausgestellt, dass sich ein grosser Teil der neuen Generationen – wie die Generation Z oder die Millennials – nicht mit den heutigen Parteien identifizieren können. Oftmals sei Korruption im Spiel, die AFD als Beispiel der deutschen Parteien, um die es in unserer ersten Session hauptsächlich ging, oder auch einfach nur viel zu viele Widersprüche, die die politische Welt und ihre Parteien unattraktiv machen. Die Millennials und die Generation Z fixieren sich nicht nur auf eine Partei, sondern sie lassen sich lieber auf Gespräche ein, um verschiedenste Sichtweisen besser nachvollziehen zu können. Deshalb: Dieses Vorurteil stimmt keineswegs. Es ist ein sehr grosses Interesse an Politik vorhanden, da es immerhin auch um unsere Zukunft geht. Doch wir werden nicht immer wirklich integriert und es ist oft sehr schwierig, seinen Standpunkt der Dinge zu schildern und in die Politik einzubringen.

Ein entscheidender Faktor für die fehlende Brücke vom Teenager- zum Erwachsen-Sein und somit zum Mitbestimmen in der Politik ist z.B., dass man erst sehr spät in der Schule mit politischen Themen in Berührung kommt. Und es auch nur sehr schwer möglich, als Jugendliche oder Jugendlicher eine Stimme zu kriegen. Das ist das oftmals nicht ansprechend und es motiviert überhaupt nicht, sich mit Politik und ethischen Fragen auseinander zu setzen. Doch wie kann man das ändern?

Die Aussage, «wir müssen die Jungen in die Politik holen», ist im Europa Forum mehrmals gefallen. Das Europa Forum ist eine sehr gute Plattform und ein Vorzeigebeispiel, wie man die junge Generation integrieren kann.

Es gibt viele Aspekte der Politik, die bei den Jungen ein mulmiges Bauchgefühl auslösen. Die schon erwähnte Korruption, der Umgang mit Krisen wie zum Beispiel der Krieg zwischen der Ukraine und Russland oder alleine schon, wie sich die Schweiz zu Europa positioniert. Das Projekt Erasmus wird nämlich seit 2014 nicht mehr in der Schweiz durchgeführt, weil die bilateralen Verträge mit der EU ausgelaufen sind, was ein sehr grosser Verlust für die Schweizer Universitäten ist, wie manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der zweiten Session, die wir besuchen konnten, beklagten.

Die Schlussrednerin am Forum, Alena Buyx, gab uns ein schönes Schlussbeispiel, das nach ihrer Rede wieder zu Diskussionen anregte: Das Internet. Viele unterschätzen den Druck, wie es ist, als erste Generation mit Internet aufzuwachsen und somit der Negativität auf unserer Welt schon in jüngstem Alter immer wieder zu begegnen. Viele entwickeln also schon im frühen Alter eine eher pessimistische Sichtweise bezüglich der kollektiven Herausforderungen der Zukunft und haben nur wenig Energie und Motivation, sich einem konkreten Problem zu widmen. Auch das Risiko, Depressionen zu entwickeln, ist bei den Millennials und Mitgliedern der Generation Z viel höher als bei irgendeiner anderen Generation. Dieses Beispiel hat viele, die diesen Vortrag gehört haben, nochmals um ein ganzes Stück sensibilisiert.

Alles in Allem hat sich der Tag sehr gelohnt. Der Austausch zwischen verschiedensten Generationen und die Leitfrage «Was für ein Europa wollen die Millennials jetzt?» hat zu interessanten Diskussionen geführt. Es war eine wirklich tolle Chance, sich mit Politik besser auseinander setzten zu können und eine Mitsprachemöglichkeit zu bekommen, die dann auch wirklich von allen erhört und respektiert wurde. Wir hoffen für all unsere Nachfolgerinnen und Nachfolger, dass sie eine ähnliche Erfahrung machen können und dass sie auch an zukünftigen Europa Foren teilnehmen können.

Bericht von Sophia Borges und Meret Thürig

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Nachhaltigkeitsdebatte am Europa Forum: Mehr Verantwortung der Privilegierten gefordert

Maja Göpel, Politökonomin, Transformationsforscherin und -beraterin sowie Nachhaltigkeitsexpertin, sprach via Videozuschaltung am Annual Meeting des  Europa Forums über «Nachhaltigkeit: Eine europäische Chance».

Die Autorin erwähnt in ihrem Vortrag mehrmals die Wichtigkeit der gesamthaften Betrachtung des Nachhaltigkeitsverständnisses. Nachhaltigkeit beinhalte drei Dimensionen: Gesellschaft – Ökologie – Wirtschaft. Die Kunst sei es, diese nicht gegeneinander auszuspielen, sondern gemeinsame Ziele zu finden.  Nach dem Vortrag stellte die Moderatorin, Christine Maier, noch zwei Fragen.

Erstens: Warum ist es so schwer nachhaltig zu leben? Darauf antwortete Göpel, dass der Gedanke «Ich würde ja gerne, aber die anderen wollen sicher nicht», immer wieder ins Zentrum rückt und somit die Sorge ausdrückt, dass die anderen nicht mitziehen werden. Doch um etwas zu verändern, brauche es viele kleine Schritte von jedem Einzelnen. Zusammen führen diese dann zu etwas Grossem. Doch die geopolitischen Aktionen machen es nicht leichter. Es ist wichtig, dass wir nach globalisierenden Lösungen suchen!

Zweitens: Wer soll die Führung übernehmen? Göpel appelliert deutlich an die Verantwortung der Privilegierten, welche einen grossen Fussabdruck beanspruchen.  Unter anderem sollten auch neue Allianzen gegründet werden, die nicht nur sektoral, sondern nachhaltig gedacht sind.

Meine persönliche Position: Auch wenn die Verantwortung der Privilegierten gefordert wird, kann doch jede und jeder bei sich selbst anfangen. So ist es wichtig, dass alle Generationen – so auch die Millennials – etwas für die Nachhaltigkeit tun. Das können ganz kleine Schritte sein, aber es ist wichtig, dass wir Schritte wagen. Bitte fangt bei euch selbst an, bevor ihr auf andere zeigt und sagt, was die alles falsch oder anders machen.

Bericht von Annouk Häfliger

Bildrechte: Europa Forum Luzern

„Let Europe Arise“ oder vielmehr: „We create Europe“!

«Wir, die junge Generation, nehmen immer grösseren Einfluss auf die Politik sowie die Wirtschaft und gestalten unsere Zukunft. Doch was wollen wir erreichen und wie wollen wir wirken? Die Studie „Sorgenbarometer“ der Credit Suisse gewährt tiefgründige und gesellschaftsübergreifende Einblicke in die Wünsche der Millennials. 70% der Generation Y sind nicht der Meinung, dass ihr Heimatland die Klimakrise selbst bewältigen könne. Dies ist nur eine der vielfältigen Aussagen, welche in der exklusiven Studie der Session 4, die ich besuchen konnte, vorgestellt und diskutiert wurde.

Die Europadebatte setzt den Fokus auf die Wirtschaft. Für unsere Zukunft wäre jedoch ein Wertefokus von Vorteil. Eines dieser wertebasierenden Themen ist der Klimawandel, über den aktuell stark diskutiert und debattiert wird. Dazu gehört auch die Stromdebatte, welche in der Session 12 durch Esther Girsberger (Moderatorin), Jürg Grossen (Nationalrat, Präsident Swisssolar und Swiss eMobility), Christoph Brand (CEO Axpo Holdiger AG) und Helmut Ruhl (CEO AMAG Group AG) analysiert wurde. Die heutige Stromtechnologie bietet Chancen und die Energiewende steht vor der Tür. Wie wirken sich die neuen Elektroautos auf die Umwelt aus? Der Vergleich von Jürg Grossen verdeutlicht die Relevanz der Elektroautos. Grossen macht den Vergleich mit Pumpspeicher-Kraftwerken. Früher waren diese neuwertig und die Technologie dieser Kraftwerke war fortgeschritten. Durch die Zeit haben sich die technologischen Möglichkeiten verbessert und weiterentwickelt. Die heutigen Pumpkraftwerke sind veraltet und nicht mehr effizient. Laut des Präsidenten von Swisssolar und Swiss eMobility hat ein elektrobetriebenes Auto ein zehnmal grösseres Jahres-Speicherpotential als die Pumpspeicher eines Pumpspeicher-Kraftwerks. Dies ist ein Grund, warum es sich lohnt, auf Elektromobilität umzustellen.

Ein erstes Fazit der Diskussion wurde durch die Debattierenden gezogen: Jegliche Stromproduktion ist teuer. Fossile Brennstoffe werden zwar subventioniert, hingegen fallen die Subventionen weg, sobald wir aufhören, unsere Energie daraus zu gewinnen. So wird erneuerbare Energie im Verhältnis preisgünstiger. Zeitgleich werden Photovoltaik und Freiflächenanlagen zu den preisgünstigsten und technologisch effizientesten Methoden werden, nachhaltig und umweltschonend Strom zu produzieren. Jürg Grossen beschreibt es wie folgt: „Bauen, Bauen, Bauen, nur so kann man den Wandel gut bestehen. Technisch ist es keine Frage, es ist nur eine Frage des Willens.“

Die Diskussion vertiefte sich und es wurde über eine weitere Möglichkeit der Stromproduktion diskutiert: die Windenergie. Dabei wurden zwei verschiedene Persönlichkeiten beschrieben. Auf der einen Seite die „Nimby“, was so viel wie „Not in my backyard“ heisst. Diese Menschen haben eine optimistische und positive Sicht bezüglich moderner Technologien und möchten diese nutzen, sind aber nicht gewillt, Nachteile in Kauf zu nehmen. Auf der anderen Seite der die „Bananas“ – „Build Absolutely Nothing Anywhere Near Anyone“. Diese Menschen sind veränderungsresistent. Am liebsten wäre es ihnen, wenn sich gar nichts verändern würde.

Das Fazit dieser Session war deutlich: Das Grundproblem der Stromversorgung ist noch nicht gelöst. Es gilt die Ziele, die vom Bund und von der EU aufgestellt worden sind, zu erreichen. Und: Es ist von grosser Bedeutung Methoden zu entwickeln, um ein nachhaltiges Europa zu erreichen.

Ich habe erkannt, dass die Rahmenbedingungen des Schweizer Stromwandels nicht optimal sind. In einem ersten Schritt müssten diese Rahmenbedingungen verbessert und optimiert werden. Auch müsste die Einstellung der Schweizer Bevölkerung geändert werden, damit die Wende zu einem nachhaltigen Europa stattfinden kann. Konkret würde das zum Beispiel bedeuten: Es bräuchte zahlreiche Privatpersonen und Unternehmen, welche ihr Dach für die Photovoltaik zur Verfügung stellen würden.

Die ganze Gesellschaft wird aufgefordert einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Europas zu leisten! Egal ob Millennials, Generation X oder Generation… Jede Tat zählt und es braucht positive Vorbilder. Sei doch genau DU eines dieser Vorbilder und bewirke mit einer einzelnen Stimme eine grosse Bewegung.

„Es ist nicht das Wissen, welches die Welt verändert, sondern die Taten.“ (Marcel Stalder, Präsident des Eurpaforums und der Group CEO der Chain IQ). Mit diesem Zitat möchte ich alle dazu aufrufen, mit euren innovativen, kreativen und zukunftsorientierten Ideen ein nachhaltiges Europa mit zu entwickeln. Let’s create Europe – together!!

Bericht von Joan Kaufmann

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Die Millennials Geopolitik in der Europäischen Union und der Schweiz

«Die Millennials, die junge Generation übernimmt in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft», so Franca Lehfeldt, Chef-Reporterin bei Welt TV, am Annual Meeting des Europa Forums. Doch was wollen sie, die Millenials? Und wie denken sie? Und: Sind ihre Ziele realistisch? «Let Europe arise» lautete das Thema des Annual Meetings 2022. Europa soll sich stärken, wirtschaftlich wie auch sozial. Offen ist, wie die Millennials als grösste Generation der Geschichte diese unfassbar grosse Aufgabe anpacken wollen. Wie Studien zeigen, erachten die 25‑ bis 45-jährigen Europäerinnen und Europäer die Verteidigung der Demokratie, das Pflegen von internationalen Beziehungen und die Zusammenarbeit der europäischen Staaten als wichtig. Auch in der Schweiz zeigt sich diese Haltung. So schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) der Schweiz folgendes:

«Die aussenpolitische Strategie der Schweiz 2020-2023 legt einen Fokus auf […] die Pflege der Beziehungen zu den EU-Mitgliedstaaten und insbesondere zu den Nachbarstaaten der Schweiz.»

Doch sind den Millennials nicht nur die Werte Demokratie und Kooperation wichtig. Auch Sicherheit und Freiheit sind hoch im Kurs. All diese Werte und Probleme versucht man anzugehen und zu verteidigen. Es macht bald schon den Eindruck, dass die Millennials alles auf einmal anzupacken versuchen, oft schon etwas zu optimistisch. Das sagte auch Franca Lehfeldt. Es stellt sich also die Frage, ob dieser Optimismus letztendlich nicht zum Scheitern führt.

Wie realistisch sind also die Ziele und Ideen der bisher grössten Generation? Besonders in Krisensituationen besteht die Gefahr, dass unser wirtschaftliches und soziales System zu kollabieren droht, wenn die Politik zu optimistisch handelt.

Wir haben viele Probleme und spüren noch immer Nachwirkungen der Finanzkrise wie auch der Covid-Pandemie und inmitten Europas herrscht Krieg. Doch die wahren Probleme, so meint der Präsident des Europa Forums, Marcel Stalder, griffen viel tiefer und seien deutlich komplexer. Die Kommunikation, die faktenbasierte Berichterstattung und die Demokratie, das müsse man schützen und bewahren. Stalder meint ferner, dass wir Europa gemeinsam weiterbringen werden, Probleme gemeinsam lösen werden und gemeinsam ein Europa schaffen, welches Sicherheit, Wohlstand und Frieden sichert. Er schliesst seine Rede mit folgenden Worten: «Nicht das Wissen verändert die Welt, sondern die Tat».

Und damit möchte auch ich diesen Beitrag abschliessen und die Message weitergeben: Gemeinsam und mit viel Mut, Willenskraft und jungen, innovativen Ideen, schaffen wir ein nachhaltiges Europa. Let Europe arise!

Bericht von Laurin Seeholzer

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Nicht das Wissen, sondern die erste Tat danach verändert unsere Welt!

Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethik-Rats,  beeindruckte uns mit ihrem Vortrag „Krisen in Europa: Über Ethik, Dialog & Werte“. Sie beschrieb die Millennials als eine offenere und wertebewusstere Generation als die Generationen zuvor. Dies kann ich als junge Schülerin der Gen Z bestätigen, weil dieses Wertebewusstsein auch in meinem Umfeld zu spüren ist. Wir jungen Menschen haben oft eine sehr klare Vorstellung, wofür wir stehen wollen und was wir für richtig oder falsch halten.

Alena Buyx thematisierte auch unsere Handlungswerte, die für unsere Zukunft vor allem entscheidend sind. Sie wählte das Beispiel der Fussball-WM 2022 in Katar. Die Mehrheit der Menschen legen grossen Wert auf Menschenrechte und sie würden Menschenrechtsverletzungen nicht unterstützen; trotzdem schauen sich viele Menschen die WM an, weil ihnen der Wert des Vergnügens und der Gemeinschaft in diesem Moment wichtiger ist als der Wert der eingehaltenen Menschenrechte. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir alle ehrlich mit uns sind, welches unsere Handlungswerte und Ideale sind. Wir müssen uns fragen, was uns leiten soll. Was sind die Werte, die wir wirklich wollen? Und das Wichtige ist, dass man diese Werte dann auch akzeptiert, denn nur so können wir momentan durch die Permakrise kommen, die aus vielen schwerwiegenden einzelnen Krisen besteht und so die Polarisierung überwinden. So können wir als Gemeinschaft in unserer Demokratie Schritt für Schritt voran gehen und fortlaufenden Fortschritt und Weiterentwicklung bewirken.

Marcel Stalder, der Präsident des Europa Forums, hat anschliessend in seinem Vortrag Perspektiven aufgezeigt. Und zwar bemerkte er, dass wir für viele Probleme schon Lösungen hätten, als uns bewusst sei. Zum Beispiel, was die Klimakrise anbelangt, haben Wissenschaftler und Politiker schon verschiedene Lösungen ausgearbeitet. Teils basieren diese Lösungen auf dem Verzicht, aber auch auf neuen Technologien. Er bezeichnete diese als „Blue deal“. Jedoch müsse uns allen klar werden, für wie viel Schmerz wir diese Lösungen auch wirklich bereit sind durchzusetzen.

Ich nehme aus diesen zwei Vorträgen vor allem eines mit: Es ist enorm wichtig, dass wir ehrlich sind, ehrlich miteinander als Gesellschaft in unserer geschätzten Demokratie, aber auch ehrlich mit uns selbst. Nach Idealen zu leben und uns selbst zu belügen, ist vielleicht einfach, bringt uns aber keinen Schritt weiter in unserer Entwicklung in die richtige Richtung.  „Nicht Wissen, sondern die erste Tat danach verändert unsere Welt.“

Das Geschilderte ist jedoch nur ein Teil der Gespräche und Gedankengänge dieses Tags am Europa Forum, aus dem wir uns alle weiterentwickeln und dazu lernen konnten, indem wir miteinander in den Dialog traten, miteinander redeten und diskutierten. Deshalb dürfen wir nicht vergessen zuzuhören, zu reflektieren und zu diskutieren. Denn so können wir uns fortlaufend weiterentwickeln und Fortschritt bewirken.

Bericht von Lena Silbermann

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Generation Erasmus Bangen um den Platz im internationalen Forschungskonzert

In dieser Session mit dem Titel „Generation Erasmus: Zukunft der Bildung und Forschung in Europa“, ging es um das Austauschprogramm „Erasmus“ der EU. Das Programm ermöglicht es sowohl Studierenden als auch Lernenden an Berufs- und Fachhochschulen an Austauschprogrammen in einem anderen EU-Mitgliedstaat sowie verschiedenen Anhängerstaaten teilzunehmen. Seit dem Jahr 2014, als die Schweiz das Abkommen zur Personenfreizügigkeit abgelehnt hat, ist sie aus dem Programm ausgeschlossen. Seit da regeln Sonderabkommen den Austausch der Schweiz im Rahmen des Förderprogrammes Erasmus. Doch die Situation wurde immer prekärer. Zeitweise wurden Schweizer Wissenschaftler sogar aus dem Forschungsprogramm „Horizon“ ausgeschlossen. Inzwischen können sie dort zwar wieder mitwirken, aber trotzdem ist die aktuelle Situation alles andere als zufriedenstellend. Zahlreiche in der Schweiz angestellte Wissenschaftler fordern eine Annäherung an die EU. Denn: Schweizer Wissenschaftler sind von bedeutenden Preisverleihungen ausgeschlossen und ihre Forschungsresultate und Entdeckungen werden international nicht anerkannt. Dies führt dazu, dass es für Forschende nicht mehr attraktiv ist, in der Schweiz zu arbeiten. Die Schweiz verliert so einige der besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Denn in der Wissenschaft braucht es nicht nur Geld. Dieses kann die Schweiz schon bieten, was auch die aktuelle Lösung ist. Im Moment kauft sich die Schweiz mit viel Geld in die internationalen Forschungsprogramme ein. In der Wissenschaft braucht es jedoch vor allem auch Prestige und Anerkennung, und dies kann die Schweiz aktuell den Forschenden nicht bieten.

Auch in der Ausbildung ist der Austausch mit dem Ausland essenziell. Gerade in der heutigen Zeit, da alles viel multikultureller ist und man über das Internet so viele Möglichkeiten hat, sind Multiperspektivität und ein kritischer Blick auf die Umwelt wichtig. Und gerade durch Auslandaufenthalte in der Ausbildung kann man in diesen Bereichen sehr viel lernen. Insbesondere für die Schweiz mit den vier Landessprachen und der Multikulturalität ist dieser Austausch sehr wichtig, sowohl auf nationaler Ebene (zwischen den verschiedenen Sprachgruppen) als auch auf internationaler Ebene (mit anderen Ländern). Mit Austauschprogrammen zwischen den verschiedenen Regionen der Schweiz macht man inzwischen grosse Fortschritte; mit Austauschprogrammen für das Ausland, allen voran mit Erasmus, sieht es im Moment allerdings eher schlecht aus. Allgemein sieht die Beziehung Schweiz-EU aktuell nicht so rosig aus. Bis jetzt nahmen wir die Privilegien, die wir durch Verträge mit der EU haben, als allzu selbstverständlich an. Besonders die Personenfreizügigkeit erleichtert unser Leben erheblich. Auch diese Privilegien sind aber im Falle einer Verschlechterung der Beziehung zu der EU nicht für alle Zeiten garantiert.

Wenn man ganze Situation im Bereich der Bildung anschaut, muss man sagen: Die Schweiz muss sich dringend wieder der EU annähern. Sonst ist es ungerecht gegenüber Schweizer Jugendlichen, die eine Ausbildung im Ausland absolvieren wollen; aber auch gegenüber europäischen Jugendlichen, die eine Ausbildung in der Schweiz absolvieren wollen. Zudem ist es ungerecht gegenüber Schweizer Forschenden, denen der Austausch mit dem Ausland verweigert wird und deren Leistungen nicht anerkannt werden. Und nicht zuletzt ist es ungerecht gegenüber der Schweizer Zivilbevölkerung, die Privilegien gegenüber der europäischen Zivilbevölkerung verliert.

Für eine Wiederannäherung an die EU braucht es aber zuerst einen gesellschaftlichen Wandel in der Schweiz. Viele Schweizer Bürgerinnen und Bürger geben im Moment der EU die Schuld, dass das Rahmenabkommen gescheitert ist. Hier muss man jedoch sehen: Die EU hat tatsächlich nicht viel damit zu tun. Wenn die Schweiz ein Rahmenabkommen mit der EU will, muss sie sich auch den Bedingungen der EU anpassen und nicht umgekehrt. Doch seit der Bundesrat vom Verhandlungstisch aufgestanden und weggegangen ist, wird der Fehler sehr gerne bei unseren Nachbaren gesucht.

Christine Wang, Managerin des Lufthansa Innovation Hub, verglich in ihrem Vortrag Europa mit einem Orchester. Und wer in diesem Orchester mitspielen will, muss die gleiche Melodie spielen. In derselben Tonart. Und man muss auf den Dirigenten hören, da kann man nicht einfach spielen, was man will. Auch die Schweiz muss sich anpassen, sonst wird man irgendwann ganz aus der EU ausgeschlossen, was gravierende Folgen für Schweizer Forschende und Jugendliche, aber auch für den Rest der Schweizer Bevölkerung hätte.

Bericht von Lilo Eltz

Bildrechte: Europa Forum Luzern

Beziehungsstatus? Kompliziert

Diese Aussage, welche vielleicht zuerst mehr an ein Gespräch mit einem Freund und seiner Begleitung bei einem Abendessen erinnert, hat in diesem Text jedoch eine ganz andere Bedeutung: Hier geht es nämlich um die Beziehung zwischen der Europäischen Union und der Schweiz. Es stellen sich die folgenden Fragen: Wo liegen die Schwierigkeiten? Wo ist man sich einig? Und – was an diesem Tag besonders interessant war – wie beurteilen die Millennials die EU-Frage?
Ich durfte die Session 4 mit dem Namen «Die Millennials: Erkenntnisse aus der Schweiz und Europa» besuchen. Geleitet wurde diese Session von Cloé Jans, der Leiterin des operativen Geschäfts des Berner Forschungsinstitutes GFI, sowie Manuel Rybach als Vertreter des Sorgenbarometers, dann Isabell Hoffmann und Laura Zilio als Moderatorin.

Unter den «Millennials» versteht man die Generation aus Leuten, welche zwischen den frühen 80ern und den späten 90ern geboren worden sind. Diese Gruppe wird teilweise auch «Generation Y» genannt (Vorgängerin der «Generation Z», die zwischen 2000-2010 geboren worden ist).
Ein interessanter Grundsatz zu dieser Generation, welchen ich in der morgendlichen Begrüssungssession von der Journalistin Franca Lehfeldt gehört habe, ist, dass man diese Generation am besten in zwei Untergruppen unterteilt. Die Älteren (32-42 Jahre) und die Jüngeren (23-32 Jahre). Allein in den zehn Jahren, welche zwischen den beiden Untergruppen vergangen sind, ist so viel passiert, dass das die Ansichten einer Generation sehr beeinflussen und ändern kann.
Wenn man die Millennials nach ihren politischen Meinungen zum Thema der EU und der Schweiz befragt, entstehe meist kein eindeutiges Meinungsbild. Es sei eben kompliziert. So sehe das auch bei der Meinung zur Personenfreizügigkeit aus: Rund 40% der befragten Millennials sagten in Umfragen, dass ihnen persönlich die Personenfreizügigkeit so gut wie nichts bringe und dass sie selten bis gar nicht Gebrauch davon machen würden.

Hierbei muss man aber auch folgendes Bedenken: Bei einer Debatte wie dieser entsteht die Wichtigkeit des gefragten Themas meist erst dann, wenn es einen öffentlichen lauten Streit darum gibt. Zusätzlich wird die Wichtigkeit der meisten Themen meist durch ihren wirtschaftlichen Bedeutungsfaktor ausgemacht. Bei einer derartigen Frage gibt es für einen persönlich keinen besonders grossen wirtschaftlichen Faktor und auch die Kosten-Nutzen-Ertrag ist nicht besonders schwerwiegend. Deshalb legt man den Fokus lieber auf Themen wie den Binnenmarkt der EU.

Ich möchte nun aber noch einen eigenen Exkurs zum Thema «Wie stehen die Millennials zum eigenen Land?» machen. Besonders in der Schweiz ist das Vertrauen in die Regierung im Vergleich zur vorherigen Generation bei den Millennials um einiges gestiegen. Man rechnet jedoch damit, dass diese Meinung nochmals einen grossen Umschwung erfahren wird, wenn es um die Generation Z geht. Denn diese Generation wächst, laut Manuel Rybach, in einer durchaus stärker von Krisen geprägten Zeit auf als die Millennials.  Bei der Generation Y sei das Vertrauen in die Regierung des eigenen Landes zwar da. Doch es gebe bei ihr noch sehr viele Zweifel, ob das eigene Land den Ausmassen des Klimawandels gewachsen sei und diesen in die Knie zwingen könne. Gründe sind unter anderem die fehlende Bedeutung, welche die Regierung der Klimakrise schenkt. Ich denke, diese Bedeutung wird in Zukunft bestimmt grösser. Das zeigt auch das Sorgenbarometer, welcher von der Crédit Suisse seit 1976 jährlich erhoben wird: Die wichtigsten Themen für die Millennials sind als erstes der Klimaschutz, dann die Demokratie und an dritter Stelle noch die Aussichten auf gute Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz. Das spricht eine deutliche Sprache!

Bericht von Nils Aregger

 

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